Dienstag, 18. Juni 2019

Der Männerbund hat eine lange Tradition.

Delfine suchen sich Freunde mit den gleichen Interessen
aus welt.de, 17.06.2019 

Delfine schließen wie wir Freundschaften mit Gleichgesinnten
Männerfreundschaften gibt es nicht nur bei uns Menschen, sondern auch unter Delfinen. Dabei umgeben sie sich ebenfalls am liebsten mit ihresgleichen. Die Meeressäuger bilden Cliquen mit Artgenossen, die die gleichen Interessen haben
 


Schon lange wissen wir: Delfine sind ziemlich schlau und leben in äußerst komplexen Gemeinschaften. Forscher kommen diesen immer mehr auf die Spur und stellten sogar fest, dass das soziale Leben der Meeressäuger unserem ähnelt. So wie wir Menschen sind die Tiere auf das Wohl der Gemeinschaft bedacht. Sie ziehen ihren Nachwuchs gemeinsam groß. Die Älteren geben ihr Wissen, wie beispielsweise bestimmte Jagdtechniken, an die Jungen weiter. Die Meeressäuger kommunizieren ebenfalls in einer ausgeklügelten Sprache und bilden Dialekte aus.
 
 
Mother and calf, Atlantic bottlenose dolphins are socially very tactile and will constantly touch and rub each other to affirm relations
 
Außerdem gehen die männlichen Delfine ähnlich wie wir Menschen Freundschaften mit ihren Geschlechtsgenossen ein. Diese halten sogar häufig ein Leben lang. Um ihre Bromance zu pflegen und zu stärken, synchronisieren die Kumpels ihre Bewegungsabläufe und berühren sich mit den Brust-und Schwanzflossen, was an streicheln erinnert. Zudem kennen sich die Männchen beim Namen. Sie rufen sich mit individuellen Laut- und Pfeifsignalen und halten somit im Getümmel Kontakt. Bei der Wahl ihrer Kumpels setzen die Meeressäuger auf das altbewährte Motto „Gleich und gleich gesellt sich gern“:

Delfine schließen Freundschaften mit Artgenossen, die die gleichen Interessen wie sie selbst haben. Genauer: das Jagen mit Schwämmen.
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Ein Delfin mit Schwammschutz
Ein internationales Forscherteam der Universitäten von Bristol, Zürich und Western Australia hat diese Verhaltensweise bei Großen Tümmlern in der Shark Bay vor der Westküste Australiens untersucht und damit eine Studie aus dem Jahr 2012 bestätigt. Manche Delfine schützen sich mit den Schwämmen die Schnauze, um sich bei der Futtersuche am Meeresboden nicht zu verletzen. Mütter geben diese Jagdtechnik an ihren Nachwuchs weiter – hauptsächlich an ihre Töchter.

Für ihre Studie haben die Wissenschaftler aber ausschließlich Männchen untersucht. Dazu haben sie Fotos sowie Daten zur Genetik und Verhalten von insgesamt 37 Tümmlern ausgewertet. Sie stellten fest, dass die 13 Schwammjäger untereinander viel mehr Zeit miteinander verbrachten und engeren Kontakt pflegten als mit den Artgenossen, die nicht mit dieser Technik jagten.
Delfine suchen sich Freunde mit den gleichen Interessen 
Delfine suchen sich Freunde mit den gleichen Interessen
Praktisch und von Vorteil für die Delfine, wie der Biologe und Ko-Autor der Studie, Simon Allen, in einer Pressemitteilung erklärt: „Die Futtersuche mit einem Schwamm ist eine zeitaufwändige und größtenteils einsame Tätigkeit, die lange Zeit mit den Bedürfnissen der Männchen in der Shark Bay als unvereinbar galt: Zeit in die Bildung enger Allianzen mit anderen Männchen zu investieren.“

Die engen Bindungen sind überlebenswichtig für die Männchen.

In Gruppen können sie Rivalen einfacher abwehren und paarungswillige Weibchen besser umwerben. Übrigens eine weitere Parallele zu uns Menschen: Bekanntermaßen hängen Männer ja gerne zusammen ab, um Frauen aufzureißen.


Nota. - Der als Mitbegründer der Psychonanalyse und als Propagandist der Konservatoiven Revolution berüchtigte und auch sonst höchst umstrittene Hans Blüher vertrat die Auffassung, der - von ihm höchstverehrte - Staat habe seinen Ursprung in den urtümlichen Männerbünden der Jäger und Sammler. Nein, Sie täuschen sich nicht: Das war ein früher Agitator gegen den Feminismus.
JE

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