Sonntag, 13. Mai 2018

Norwegen diskriminiert Väter.


Die skandinavische Länder gelten weltweit als Vorbilder in Sachen Gleichstellung der Geschlechter. 

aus nzz.ch, 13. 5. 2018

... Doch alles steht nicht zum Besten in den Gleichstellungsparadiesen. Die Überwachungsbehörde der Efta klagt Norwegen vor dem Efta-Gerichtshof ein – wegen der Diskriminierung von Vätern. Das Land gewährt zwar einen individuellen Anspruch auf zehn Wochen bezahlten Elternurlaub wie auch ein gemeinsames Recht auf 26 weitere bezahlte Wochen, über die die Paare selbst verfügen können.

In der Realität erhalten Väter, die sich um ihren Nachwuchs kümmern, aber nur Lohnersatz, wenn ihre Frauen gleichzeitig arbeiten oder studieren. Für Mütter gibt es keine entsprechende Einschränkung – sie erhalten Elterngeld, egal, was ihr Partner tut. Dass Norwegen Frauen mehr Rechte auf Elterngeld gewährt als Männern, verstösst laut der Efta-Überwachungsbehörde gegen die Gleichstellungsdirektive des Europäischen Wirtschaftsraums. ...

A propos: Jeder Tag ist Vatertag.


Donnerstag, 26. April 2018

#WeToo.


Der (!) AStA der Berliner Alice-Salomon-Hochschule ist vorgeprescht, jetzt ziehen ander*innen nach: Frau braucht keinen admirador, sie kann's allein.

aus welt.de, 26. 4. 2018

An der Uni Bielefeld können Frauen nun masturbieren lernen
Ein Workshop an der Uni Bielefeld soll Frauen die Welt der Selbstbefriedigung näherbringen. Der Kurs hat einen theoretischen und einen praktischen Teil. Mitzubringen sind: Handspiegel, Handtuch und Gleitgel.
Nix für sanfte Gemüter: In Bielefeld können Frauen unter Anleitung masturbieren lernen – und das an der Universität. Im Rahmen der vom dortigen AStA organisierten Aktionstage für geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmung gibt es aktuell verschiedene Vorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops. Der wohl ungewöhnlichste trägt den Namen „Möse- ale Ejakulation“ und ist seit Langem ausgebucht.

Was die Teilnehmerinnen erwartet, ist ein praxisnaher Kurs aus zwei Teilen: „Der erste wird fröhlich und der zweite wird feucht-fröhlich“, heißt es in der Ankündigung. Neben der theoretischen Annäherung an das Thema („Wenn alle einver- standen sind, werden wir auch kleine Clips anschauen“) wird im praktischen Teil das Gelernte angewendet. ...

Sonntag, 8. April 2018

Das Märchen von der Unterdrückung der Frau.

aus derStandard.at, 7. April 2018, 12:00

Unterschätzte Herrscherinnen im antiken Peru
Historikerin Maritza Villavicencio: Frauen waren nicht nur Priesterinnen, sondern auch Herrscherinnen

Lima – Die peruanische Historikerin Maritza Villavicencio will mit Vorurteilen über die Rolle der Frau in der präkolumbischen Geschichte aufräumen. Frauen hätten nicht, wie bisher von Forschern behauptet, lediglich als Priesterinnen auf die Geschicke ihrer Gemeinschaft Einfluss genommen, sondern auch als Herrscherinnen, sagte Villavicencio der Nachrichtenagentur.

Ihre These erläutert die Historikerin in ihrem neuen Buch "Mujer, poder y alimentación en el antiguo Peru" (Frau, Macht und Ernährung im antiken Peru), für das sie zehn Jahre lang forschte. "Frauen waren in der Geschichte unsichtbar und mein Buch wirbt dafür, die Erinnerung an das echte Leben dieser Frauen wiederherzustellen", sagte Villavicencio.

Politische Akteurinnen

Bisher gebe es in der Forschung eine "diskriminierende Interpretation" der Rolle der Frau im antiken Peru. "Frauen wurden als Priesterinnen kategorisiert, um ihren Status herabzusetzen", kritisierte Villavicencio. In Wirklichkeit hätten Frauen aber die Macht gehabt, "sich an den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Aktivitäten ihres Volkes zu beteiligen, zu entscheiden und Bündnisse mit Entscheidungsträgern zu schmieden".


Als ein Beispiel für Vorurteile gegen Frauen in der historischen Forschung nannte Villavicencio die Señora von Chornancap, eine jahrhundertealte mumifizierte Frau, die 1992 in San José del Moro gefunden wurde. Sie sei lange als hohe Priesterin bezeichnet worden, obwohl sie in Herrscherkleidung begraben worden war.

Herrscherin Señora von Cao

Auch die sogenannte Señora von Cao [siehe Bilder] aus der Moche-Kultur sei zunächst als Priesterin eingestuft worden, obwohl ihre Leiche im vierten Jahrhundert mit einem Zepter bestattet worden war. Mittlerweile gilt sie als frühere Herrscherin, ihr zu Ehren wurde ein ganzes Museum errichtet. (APA, 7.4.2018)




Dienstag, 27. März 2018

Eine Frau mit Power.

aus Süddeutsche.de

Streitfall Wedel  
"Die Zeit" trennt sich von "Fischer im Recht"
 
Von Claudia Tieschky

Die Wochenzeitung Die Zeit arbeitet nach einer Kontroverse um den Fall Dieter Wedel nicht mehr mit dem Strafrechtler und früheren Bundesrichter Thomas Fischer als Autor zusammen. Sabine Rückert, die der Zeit-Chefredaktion angehört, bestätigte eine entsprechende Spiegel-Meldung. Grund sei, dass ein Text Fischers illoyal gewesen sei "gegenüber unseren eigenen Reportern, die mit erheblichem Aufwand recherchierten, und vor allem auch gegenüber den Frauen, die sich uns unter erheblichem persönlichen Risiko anvertraut haben. Außerdem hatte Herr Fischer keine Argumente", sagte Rückert der SZ. Illoyal sei auch gewesen, den Text "überraschend und ohne Absprache mit der Zeit" in einem Mediendienst zu veröffentlichen.

Fischer hatte im Januar bei meedia.de die Zeit für ihre Berichterstattung über Wedel kritisiert. Die Zeitung schrieb am 4. Januar im Zeit Magazin und am 25. Januar in einem Dossier über Anschuldigungen, die mehrere Schauspielerinnen gegen Wedel erheben und die von Mobbing bis zur Vergewaltigung reichen. Wedel erklärte nach der ersten Veröffentlichung, Frauen nicht bedrängt oder sexuell genötigt zu haben; zu den Vorwürfen im Dossier wollte er sich aus gesundheitlichen Gründen nicht äußern, sprach aber von einem "Klima der Vorverurteilung". Der Presserat bescheinigte der Zeit vorige Woche allerdings "vorbildliche Verdachtsberichterstattung".

Fischer schrieb bei meedia.de dagegen unter anderem von einem "Tribunal" und einer "medialen Abrechnung"; die Zeit nutze "Mittel der Suggestion und Verzeichnung, der Zirkelschlüssigkeit und der Denunziation". Eine erste Fassung des Textes hatte Fischer dem Spiegel zufolge der Zeit angeboten, die den Abdruck ablehnte. Der Jurist, der von 2015 bis 2017 bei Zeit Online die publikumsträchtige Kolumne "Fischer im Recht" schrieb, erklärte nun im Spiegel, man habe ihm sogar sein Zeit-Freiabo gestrichen. Auch das wird von der Zeit bestätigt.



aus nzz.ch,

Loyalität? Gehorsam!

von Marc Felix Serrao, Berlin 

... Die Redaktion hat die Zusammenarbeit mit Deutschlands bekanntestem Strafrechtler beendet. Sie hat sogar sein Gratis-Abo eingestellt. Der Grund ist Fischers Kritik an der Berichterstattung des «Zeit-Magazins» über die mutmasslichen sexuellen Übergriffe des Regisseurs Dieter Wedel. Diese kam in seinen Augen einem «Tribunal» gleich, das wichtige Fragen gar nicht oder suggestiv beantwortete. Das wollte Fischer Anfang des Jahres aufschreiben, und zwar dort, wo man ihn sonst mit Wonne auf alles und jeden und gerne auch auf andere Medien losliess. Doch die «Zeit» lehnte ab. Ende Januar erschien sein Text dann beim Branchendienst «Meedia», der wie die «Zeit» zum Holtzbrinck-Verlag gehört. Das Echo war gewaltig.

Anfang März folgte noch ein zweiter Text. Das fortgesetzte Wedel-Tribunal der «Zeit» löse «die Abgrenzungen zwischen Straftaten und Belästigungen, krimineller Energie und Alltag, Personen und Systemen auf», schrieb Fischer dort. Der Regisseur zahle einen hohen Preis: seine soziale Vernichtung. Auch dieser Text schlug Wellen. Die Leser kommentieren ihn bis heute.

Warum verzichtet die «Zeit», die sich als liberale und «führende meinungsbildende Wochenzeitung» versteht, auf einen Autor, der so viel zur Meinungsbildung beiträgt? Der «SZ» nannte Rückert nun ihre Gründe. Fischer sei illoyal gewesen, und zwar auch «gegenüber den Frauen, die sich uns unter erheblichem persönlichem Risiko anvertraut haben». Er habe keine Argumente gehabt. Und sein Text sei ohne Absprache erschienen. Was man so sagt im Trennungsfuror.

Zu behaupten, Fischer habe keine Argumente, ist lächerlich. Man muss dem angriffslustigen Richter a. D. gar nicht zustimmen. Aber der Mann bietet eine ganze Batterie an Argumenten auf, von der Beweiswürdigung bis zur Klärung des Schuldbegriffs. Dann die Absprache. Die «Zeit» war laut «Meedia»-Chefredaktor Georg Altrogge durchaus informiert. Er habe das Büro des Chefredaktors Giovanni di Lorenzo vorab angerufen und auf die geplante Veröffentlichung hingewiesen, sagt er auf Anfrage – «aus Gründen der Fairness und um die medienethische Debatte über den Fall Wedel anzustossen». Debatte ist das entscheidende Wort. ...


Donnerstag, 15. März 2018

#HimToo.

aus Süddeutsche.de

... Dann geht alles ganz schnell. Die Sängerin steht auf und hält dem Teenager ihre Wange hin. Als der 19-Jährige sich nähert, dreht sie ihm den Mund zu und presst ihn auf seinen. Der rosarote Lippenstift besteht. Benjamin hingegen taumelt und geht zu Boden. Perry reißt die Arme in die Höhe wie ein Preisboxer nach dem K.o. des Gegners, die drei Juroren klatschen ab, alle drei beglückwünschen sich gegenseitig zu dem gelungenen Coup. ...

Einige werden dagegenhalten, Benjamin Glaze hätte nein sagen können. Sie werden sagen: Selbst schuld, warum muss er auch unbedingt verraten, dass er noch nie ein Mädchen geküsst hat. Zumal er der Expertin für unaufgefordertes Küssen, "I kissed a Girl"-Sängerin Katy Perry, gegenüberstand. Das schreit doch geradezu danach, dem jungen Mann diese Erfahrung zuteilwerden zu lassen. Schließlich haben Männer auch jahrzehntelang behauptet, dass Frauen, die Ausschnitt zu Minirock tragen, sexuell belästigt werden wollen. ...



Lächeln Frauen anders?

aus scinexx

Frauen lächeln anders
Geschlechtsbestimmung allein anhand des Lächelns funktioniert

Subtile Unterschiede: Wenn Männer und Frauen lächeln, tun sie dies nicht auf gleiche Weise. Stattdessen neigen Frauen dazu, ihre Lippen und Mundpartie stärker zu dehnen – ihr Lächeln ist dadurch auf subtile Weise ausdrucksstärker als das der Männer. Enthüllt haben dies Analysen der Lächeldynamik mithilfe einer künstlichen Intelligenz. Ihr gelang es nach kurzem Training sogar, das Geschlecht unbekannter Personen allein anhand ihres Lächelns zu bestimmen.

Unsere Mimik ist ein Spiegel unserer Persönlichkeit und ein wichtiges Mittel der nonverbalen Kommunikation. Denn mit unserem Gesichtsausdruck vermitteln wir unsere Stimmung, aber auch unsere Haltung zu unserem gegenüber. So kann unser Lächeln Vertrauen signalisieren, aber auch Dominanz oder Zuneigung. Bestimmte Formen des Lächelns können sogar Stress auslösen.

Doch gibt es beim Lächeln auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern? Lächeln Frauen womöglich anders als Männer? Tatsächlich gibt es einige Studien, die Frauen ein ausdrucksvolleres Lächeln zuschreiben als Männern, allerdings ist ihre Aussagekraft umstritten.

KI als "Schiedsrichter"

Deshalb haben Hassan Ugail und Ahmad Al-dahoud von der University of Bradford in England nun ein lernfähiges Computerprogramm als "Schiedsrichter" herangezogen. "Wir lassen das Programm die Intensität und Dauer des Lächelns analysieren, in der Hoffnung, Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu identifizieren", erklären die Forscher.


Dafür wählten sie insgesamt 210 Parameter im Gesicht aus, darunter Abstände zwischen anatomischen Punkten sowie 49 feste "Landmarken". Diese konzentrierten sich vor allem in den Bereichen rund um den Mund und die Augen. Der Computer lernte durch Videos lächelnder Männer und Frauen, diese Parameter zu identifizieren und die dynamischen Veränderungen beim Lächeln zu erfassen.



Einige der "Landmarken", die die KI im Gesicht der Probanden analysierte.
Einige der "Landmarken", die die KI im Gesicht der Probanden analysierte.

Verräterische Mundpartie

Es zeigte sich: Es gibt tatsächlich Unterschiede zwischen dem weiblichen und dem männlichen Lächeln. "Frauen haben definitiv ein breiteres Lächeln", berichtet Ugail. "Das wurde schon allein beim Blick auf die Veränderungen im Lippenbereich während des Lächelns klar: Bei Frauen dehnt sich dieser Bereich stärker als bei Männern." Das gelte auch für das Gebiet um den Mund herum.


Doch reichen diese für Unterschiede aus, um allein anhand des Lächelns das Geschlecht einer Person zu bestimmen? Um das zu testen, zeigten die Forscher dem Programm Videoclips von 109 lächelnden Personen. Der Computer sollte nun anhand der erlernten Parameter und Unterschiede angeben, ob es sich um Mann oder Frau handelte.


Trefferquote 86 Prozent

Das Ergebnis: Immerhin in 86 Prozent der Fälle lag das Computerprogrammn richtig – es hatte korrekt das Geschlecht der Testperson allein anhand der Dynamik ihres Lächelns bestimmt. Wie die Forscher betonen, lässt sich diese Trefferquote wahrscheinlich noch erhöhen. "Wir haben für diese Studie ein relativ einfaches Programm gewählt", sagt Ugail. "Eine fortgeschrittenere künstliche Intelligenz würde die Erkennungsraten verbessern."

 

Nach Ansicht der Forscher könnten sich in Zukunft vielleicht sogar einzelne Personen an ihrem Lächeln identifizieren lassen. "Diese Art der Gesichtserkennung wäre eine Biometrie der nächsten Generation. Denn sie ist nicht allein von äußerlichen Merkmalen abhängig, sondern beruht auf der mimischen Dynamik, die für jedes Individuum einzigartig ist", erklärt Ugail. Während die Gesichtszüge mittels plastischer Chirurgie verändert werden können, wäre das individuelle Lächeln nur schwer zu verändern oder nachzuahmen. (The Visual Computer, 2018; doi: 10.1007/s00371-018-1494-x) 

(University of Bradford, 15.03.2018 - NPO) 


Nota. - Der landläufige Genderologe wird wieder sagen: Alles nur Erziehung.
(Übrigens sind die in der Studie vernachlässigten Augenwinkel verräterischer: Man kann daran echt und unecht unter- scheiden; an den Wangengrübchen auch. Würde man die berücksichtigen, käme man vielleicht zu dem Ergebnis: Alles nur Theater.)
JE