Freitag, 24. März 2017

Warum so viele Vergewaltigungsprozesse mit einem Freispruch enden.


aus Süddeutsche.de, 

Ein unheimlicher Verdacht
  • Angeklagte in Vergewaltigungsprozessen kommen überproportional häufig mit einem Freispruch davon.
  • Ein Tübinger Kriminologe vermutet, das liege an der gewachsenen Sensibilität für das Thema.
  • Das heißt: Zwar hat das Bemühen der Justiz zugenommen, Angeklagte in Vergewaltigungsprozessen zu verurteilen, aber oft ist die Beweislage so dünn, dass die Richter den Angeklagten am Ende freisprechen müssen.
 
Von Wolfgang Janisch, Karlsruhe

Der Freispruch ist eine ambivalente Angelegenheit. Einerseits hat er einen bitteren Beigeschmack: Der Angeklagte musste zunächst ein womöglich langwieriges und belastendes Verfahren über sich ergehen lassen, bevor seine Unschuld amtlich festgestellt wurde. Ob die Weste dadurch wieder weiß wird, ist zweifelhaft; irgendwas bleibt immer hängen. Andererseits: Freispruch heißt, dass die Justiz sich korrigieren kann. Ein Gericht befindet einen Angeklagten für unschuldig. Wahrscheinlich ist eine gewisse Freispruchquote notwendig, um das Grundvertrauen in die Justiz aufrechtzuerhalten; bei null Prozent wäre man misstrauisch.

Der Tübinger Kriminologe Jörg Kinzig stellt am kommenden Samstag beim Strafverteidigertag in Bremen eine Studie vor, für die sein Team mehr als 300 Freisprüche untersucht hat, bei denen der Angeklagte anfangs noch in Untersuchungs-haft genommen worden war - also ein "dringender Tatverdacht" bestand. Die erste Erkenntnis der Arbeit lautet: Statistisch ist der Freispruch eine verlässliche Größe. Über 940 000 Angeklagte wurde im Jahr 2015 ein Urteil gesprochen, in 27 000 Fällen war dies ein Freispruch. Macht drei Prozent. In den Siebzigerjahren waren es mal vier Prozent, um das Jahr 2000 nur 2,5, aber seit Jahren ist die Kurve stabil.

Dazu muss man allerdings wissen, dass sich hinter der scheinbar so niedrigen Quote von Freisprüchen in Wahrheit eine große Zahl von Verfahren verbirgt, die schon vorher aussortiert wurden: Die Staatsanwaltschaften stellen etwa 60 Prozent ihrer fünf Millionen Verfahren ein. Auch die Strafgerichte verfügen in einem Viertel der Fälle, die zu ihnen gelangen, eine Einstellung. Viele kleine Quasi-Freisprüche also, bevor es überhaupt zum Urteil kommt - ein Filtersystem.

Häufiger Freispruch für Angeklagte in Vergewaltigungsprozessen

In der Detailanalyse sticht freilich eine Rubrik unangenehm deutlich hervor - Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen. 2015 lag die Freispruchquote dort bei einem Viertel. Das ist nicht nur ein Riesen-abstand zum Durchschnittswert von drei Prozent, sondern auch zu anderen Delikten mit hoher Freispruchrate, wie Raub (gut neun Prozent) oder Tötungsdelikte (mehr als acht Prozent). Angeklagte in Vergewaltigungsprozessen kommen also überproportional häufig mit einem Freispruch davon: Ist das nun ein Beleg für eine männerdominierte und frauenfeindliche Justiz?

Aus Sicht der Forscher spricht wenig für diese These, übrigens schon deshalb, weil die Justiz mit ihrem hohen Frauenanteil längst nicht mehr männerdominiert ist. Sexualdelikte gehören, was die Beweislage angeht, zu den kompliziertesten Verfahren, das weiß man nicht erst seit dem Prozess gegen Jörg Kachelmann. Häufig steht Aussage gegen Aussage, weitere Beweise sind nicht vorhanden. Manchmal ziehen Opfer ihre Aussage zurück, weil sie sich mit dem Täter wieder versöhnt haben. Oder weil sie von ihm unter Druck gesetzt wurden. Oder weil es eben doch keine Vergewaltigung war, sondern einvernehmlicher Sex.

Über 940 000 Angeklagte wurde 2015 geurteilt. In 27 000 Fällen war dies ein Freispruch.

Aber das erklärt noch nicht die beklemmend hohe Freispruchquote. Kinzigs These lautet: Möglicherweise liegt die Ursache nicht etwa in einer mangelnden, sondern im Gegenteil in einer besonders großen Sensibilität für das Thema. "Auch in wackeligen Fällen, die früher eingestellt worden wären, werden inzwischen Anklagen geschrieben und Prozesse geführt." Sein Mitarbeiter Wolfgang Stelly hat bei der Analyse von Fallakten den Eindruck gewonnen, dass den Aussagen der - tatsächlichen oder vermeintlichen - Opfer in den Anklagen sogar ein gewisser Vertrauensvorschuss eingeräumt werde.

Oft dünne Beweislage

Auch eine andere Zahlenkurve spricht für diese Einschätzung: Mag die Freispruchquote ansonsten stabil sein, bei den Sexualdelikten hat sie sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten ungefähr verdoppelt. Also just in dem Zeitraum, in dem die öffentliche Aufmerksamkeit dafür gewachsen ist und man also eher das Gegenteil erwartet hätte - weniger Freisprüche für mutmaßliche Vergewaltiger. Wenn das stimmt, dann könnte das heißen: Zwar hat das Bemühen der Justiz zugenommen, Angeklagte in Vergewaltigungsprozessen zu verurteilen; die Staatsanwälte erheben Anklage, die Richter führen die Prozesse. Dadurch aber erhöht sich der Anteil von Verfahren, in denen die Beweislage dünn ist und die Richter am Ende doch freisprechen müssen.

Bleibt die Frage, wo eigentlich bei so vielen später Freigesprochenen der dringende Tatverdacht herkam, der ihnen erst einmal ein paar Monate U-Haft eingebracht hat. Die Gründe reichen von wankelmütigen Zeugen bis zur überraschenden "Wende" im Prozess. In ungefähr der Hälfte der Fälle hat sich allerdings im Verlauf des Verfahrens fast nichts geändert. Beispiel: Am letzten Arbeitstag eines Saisonarbeiters in einem Gasthaus verschwinden 390 Euro aus der Geldbörse des Kellners. Möglicher Täterkreis: Mindestens ein Dutzend Gäste und Angestellte. 63 Tage sitzt ein Beschuldigter in Untersuchungshaft. Danach wird er freigesprochen - weil auch viele andere als Täter in Betracht kommen.

Die Analyse der Fallakten deutet nach Stellys Worten darauf hin, dass manche Menschen eben schneller in der U-Haft landen als andere. Von den untersuchten U-Häftlingen hatten zwei Drittel Migrationshintergrund, drei Viertel waren vorbestraft, die Hälfte arbeitslos, fast ein Viertel ohne festen Wohnsitz. Wie dringend der Verdacht tatsächlich ist, spielt danach oft eine Nebenrolle.

Mittwoch, 22. März 2017

Der Durchschnittsmann.


 
Mannsein ist, wenn es gelingt, die Überkompensation einer Organminderwertigkeit.
Wenn es nicht gelingt, ist es eine Organminderwertigkeit.
Der Mann ist typischerweise merklich über- oder merklich unterdurchschnittlich.
Am durchschnittlichen Mann ist ein Weib verlorengegangen.



Freitag, 17. März 2017

Männer sind so unsensibel.


aus scinexx

Frauen stresst das Leben mehr 
Männer und Frauen bewerten potenzielle Stressfaktoren anders

Gestresste Frauenwelt: Frauen lassen sich von belastenden Situationen stärker stressen als Männer – zumindest aus subjektiver Sicht. In einer Umfrage unter Briten bewerteten weibliche Teilnehmer Ereignisse wie den Tod eines Angehörigen, Krankheit oder finanzielle Nöte durchweg als stressiger. Das könnte sie auch anfälliger für stressbedingte Krankheiten machen, glauben die Forscher.
Stehen wir häufig unter Stress, hat dies Folgen für Körper und Geist: Die Belastung macht vergesslicher, schwächt unsere Selbstkontrolle und kann im Alter sogar die Anfälligkeit für Demenz erhöhen. Zu viel Stress schadet uns demnach – das gilt für Männer wie Frauen gleichermaßen.

Doch es gibt auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern, wie Forscher inzwischen wissen. So verhalten sich Frauen in stressigen Situationen oft anders als Männer – und auch ihr Körper reagiert unterschiedlich. Je nach Geschlecht schüttet er zum Beispiel andere Hormone aus. Das wirkt sich offenbar auch auf den subjektiv empfundenen Stress der Betroffenen aus.

Durchweg stärker gestresst

Wie stark sich die Wahrnehmung von Stress bei Männern und Frauen tatsächlich unterscheidet, haben Wissenschaftler nun mithilfe einer Umfrage untersucht. Im Auftrag der europäischen Physiological Society bat das Meinungsforschungs- institut YouGov dafür 2.078 Briten um eine persönliche Einschätzung: Sie sollten einstufen, wie sehr sie bestimmte Lebensereignisse stressten – zum Beispiel der Tod eines Angehörigen, Krankheit, finanzielle Probleme oder der Brexit.

Das frappierende Ergebnis: Bei allen abgefragten Ereignissen fühlten sich Frauen dem eigenen Empfinden nach gestresster als die männlichen Teilnehmer. "Dass dieser Unterschied bei wirklich jedem Ereignis deutlich wurde, war schon bemerkenswert", sagt Lucy Donaldson von der Physiological Society. Besonders groß war der Unterschied demnach bei der Bedrohung durch Terrorismus. Die geringste Stressdifferenz verursachte die Geburt des ersten Kindes.

Auch das Alter spielt eine Rolle

Auch das Alter spielte bei der Bewertung von Stress offenbar eine Rolle. Je älter die Befragten waren, desto stressiger schienen ihnen viele Ereignisse. Die wenig überraschenden Ausnahmen: Der Verlust des Smartphones wurde durchweg von jüngeren Menschen als stressiger bewertet. Und auch die Geburt eines Kindes stresste junge Befragte mehr – wahrscheinlich, weil sie öfter als Ältere mit dieser Situation konfrontiert sind.

Die Wissenschaftler wollen nun vor allem für die möglichen körperlichen Folgen von Stress sensibilisieren: "Viele Menschen sind sich zwar bewusst, welchen Einfluss Stress auf die mentale Gesundheit haben kann. Es ist aber auch wichtig, die Folgen für den Körper zu bedenken. Das Gehirn, das Nerven-, das Hormonsystem – sie alle reagieren auf Stress und das hat wiederum Auswirkungen auf das Herz, das Immunsystem und den Magen-Darm-Trakt", sagt Donaldson. Dass Frauen sich oft gestresster fühlten als Männer, könne sie womöglich anfälliger für schwerwiegende Krankheiten machen.

(The Physiological Society, 17.03.2017 - DAL) 


Nota. - Männer sind zwar empfindlicher, aber Frauen klagen. Doch das hat seine evolutionäre Logik. Da sie schon verletzlicher auf die Welt gekommen sind, ist es eine Überlebensfrage, ob sie sich einen Panzer umlegen oder nicht. Es bleibt männlichen Individuen gar nichts anderes übrig, als sich abzuhärten. Haben sie denn jemand, der sie im Ernstfall schon beschützen wird? Es ist umgekehrt, Schutz wird von ihnen erwartet. Dass ihnen auch noch nachgesagt wird, die wahren Zimperliesen wären sie, fällt da schon gar nicht mehr ins Gewicht.
JE




Nota. Das obige Foto gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und seine Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Nachricht auf diesem Blog. JE

Samstag, 4. März 2017

Der Interimspascha.

aus derStandard.at, 4. März 2017, 09:00

Warum Löwenmännchen Konkurrenz brauchen
In Löwenrudeln wechseln regelmäßig die Alphatiere. Zoologen haben nun eruiert, warum in Namibia diese Wechsel seltener sind und dadurch die genetische Vielfalt leidet

von Kai Althoetmar

Durban/Wien – Aus Tierdokumentationen kennt man die Szenen: Ein männlicher Löwe erobert ein Rudel, vertreibt das bisherige Alphamännchen und tötet den noch jungen Nachwuchs, den sein Vorgänger mit den Löwinnen des Rudels gezeugt hatte. Möglichst schnell will der neue Rudelführer seine Gene weitergeben, was nur geht, wenn die Weibchen wieder empfängnisbereit sind.

Der Sinn der "Grausamkeit"

Was Tierfreunde als Grausamkeit empfinden mögen, erfüllt biologisch einen Sinn. Der Chefwechsel im Löwenrudel verhindert Inzucht und damit eine genetische Verarmung der Population. Denn sobald ein Rudelführer seine Gruppe drei, vier Jahre am Stück unter Kontrolle hat, beginnt er sich auch mit den eigenen Töchtern zu paaren.

Es gehört also zum Lauf der Natur, dass der Alphalöwe im Schnitt nach zwei bis drei Jahren wieder gestürzt wird. Nicht immer geht das mit Infantizid, der Tötung der Jüngsten, einher. Oft gelingt es den Löwinnen, das Leben ihres Nachwuchses zu verteidigen, oder sie ziehen mit ihren Jüngsten ab.

Langfristige Gefährdung

Konflikte zwischen Mensch und Raubkatze können diese Abläufe allerdings stören, wie Forscher aus Österreich und Südafrika ermittelt haben: Durch Abschüsse von Viehzüchtern droht den Beständen genetische Verarmung, und sie gefährden langfristig die Raubkatzenpopulationen.

Für seine Studie im "Journal of Zoology" markierte das Team um die österreichische Zoologin Martina Trinkel von der südafrikanischen Uni in KwaZulu-Natal und Paul Fleischmann von der HTL Hallein in Namibias Etosha-Nationalpark 181 Löwen vor 17 Jahren mit Brandzeichen; ein bis zwei Weibchen je Rudel wurden mit Radiohalsbändern ausgestattet. Das Alter der Tiere ermittelten die Forscher anhand der Zähne.

Der Etosha-Nationalpark ist seit 1973 umzäunt. Allerdings büxen Löwen regelmäßig durch Löcher aus, die Warzenschweine und Stachelschweine unter dem Zaun graben. Vor allem halbwüchsige Löwenmännchen und erwachsene Löwinnen machten sich davon. Die Tiere ziehen dann meist wie Nomaden umher, häufig auf ungünstigem Terrain, ehe sie später andere Rudel zu übernehmen versuchen.

Hohe Löwenverluste

An den Osten und Süden des Etosha-Parks grenzt kommerzielles Farmland. Viehzüchter halten dort extensiv Rinder. Dem mit Rindern reich gedeckten Tisch außerhalb des Parks können die ausgerissenen Löwen nicht widerstehen. Farmer reagierten auf Viehrisse durch die vagabundierenden Löwen sehr oft mit Abschuss. 59 Prozent der halbwüchsigen Löwenmännchen und 27 Prozent der erwachsenen Löwenweibchen, die den Park verließen, wurden in den 17 Jahren auf dem Farmland entlang der Parkgrenzen erschossen oder gezielt vergiftet. Die getöteten Männchen fielen damit aus, um künftig im Park Rudel zu übernehmen.

Die Zoologen konnten die abgeschossenen Löwen anhand ihrer Brandzeichen identifizieren. Tiere, die nicht von Farmern getötet wurden, kamen durch Kämpfe untereinander, Verletzungen bei der Jagd oder altersbedingt um. 62 von 82 Todesfällen, deren Ursache festgestellt wurde, gingen auf Menschen zurück. In vier Fällen wurden sogar ganze Rudel auf Farmland ausgelöscht. Das geschah zum Beispiel, nachdem im Park ein Wasserloch ausgetrocknet war und das gesamte Rudel den Park verlassen hatte.

Hohes Inzuchtrisiko

Das hatte Folgen für die Löwen im Park: Vermutlich wegen des Mangels an Konkurrenz durch heranwachsende Männchen hielten erwachsene Löwen ihre Rudel fast sieben Jahre lang in Besitz, schreiben Trinkel und Kollegen. Das sei dreimal so lang wie sonst üblich und erhöhe das Inzuchtrisiko. Löwen, die ein Rudel eroberten, waren zu dem Zeitpunkt im Schnitt 5,2 Jahre alt, die gestürzten Rudelchefs waren durchschnittlich schon elf Jahre alt und hatten im Mittel 6,7 Jahre lang die Kontrolle über ihre Gruppe – eine unnatürlich lange Dauer.

Volltext der Studie Journal of Zoology:
Journal of Zoology: "Electrifying the fence or living with consequences? Problem animal control threatens the long-term viability of a free-ranging lion population"


Nota. - Seine ganze Jugend lang hat er gekämpft wie ein Löwe, und als er es endlich bis an die Spitze geschafft hatte, ging der Stress erst richtig los: All seine Damen wollten bedient sein, und alle Nasen lang musste ein Rivale in die Flucht geschlalgen werden. Bis nach zwei, drei Jahren einer stärker war als er, zu dem sind die Damen übergelaufen, und ihn haben sie in die Wüste gejagt, wo er ganz alleine schließlich verhundern musste. 

Die Leidenschaft hat ihn soweit gebracht; beneidenswert, wer frei davon.
JE


Dienstag, 14. Februar 2017

Hohe Minne.


 aus Die Presse, Wien, 11.02.2017                                                       Codex Manesse, Sängerkrieg auf der Wartburg

Heimliches Sehnen, Werben um Liebe In der mittelalterlichen Dichtung steht die Frau auf einem Podest, unerreichbar für den Mann. Die Handschriften des 13. und 14. Jahrhunderts geben Einblick in die höfische Kultur.

von Erich Witzmann 

Zumeist handelt es sich um eine wehmütige Klage über unerfüllte Liebe. Warum steht die Frau höher als der Mann, ist für diesen unerreichbar, warum ist die Liebe unerfüllbar, wie dies die Minnesänger des Mittelalters vortrugen? „Die Frau steht auf einem Podest, das sind die Spielregeln der hohen Liebe“, sagt die Altgermanistin Christine Glaßner und fügt gleich einen Bezug zu unserer Zeit an: Der Charakter der damals besungenen Liebe sei ähnlich wie in den Texten des 2011 verstorbenen Ludwig Hirsch, dessen heute noch gespielte Lieder auch von Melancholie und einer Todesaffinität geprägt seien.

Werner von Teuffen

Christine Glaßner hat im Institut für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) die großen mittelhochdeutschen Liedersammlungen durchforstet. An erster Stelle steht der „Codex Manesse“, auch als Große Heidelberger Liederhandschrift bezeichnet. Die um das Jahr 1300 in Zürich von der Patrizierfamilie Manesse initiierte Anthologie von 140 Dichtersammlungen und versehen mit 138 Miniaturen (mit Nachträgen bis circa 1340) befindet sich nach einer wechselvollen Geschichte ihrer Besitzer heute in der Bibliothek der Universität Heidelberg. Für ÖAW-Forscherin Glaßner bietet der „Codex Manesse“ Einblick in die Anfänge weltlicher Liedkunst um die Mitte des 12. Jahrhunderts.

Herr Wachsmut von Mühlhausen

Die Sänger waren selbst Adelige


Der umfassende Überblick über die mittelhochdeutsche Minnelyrik wird noch durch drei weitere Liedersammlungen möglich: Schon im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts wurde die Kleine Heidelberger Liederhandschrift (ebenfalls in der Uni-Bibliothek Heidelberg) angelegt, im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts folgten die Weingartner oder Stuttgartner Handschrift (heute in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart) und die Jenaer Handschrift (heute in der Uni-Bibliothek Jena).

Kraft von Toggenburg

Die Dichter kommen aus den unterschiedlichen Gegenden – so wird die Herkunft von Walther von der Vogelweide in Südtirol verortet (wenn auch andere Regionen den Geburtsort beanspruchen), Wolfram von Eschenbach stammt aus Mittelfranken, Der von Kürenberg (so die Namensbezeichnung) wahrscheinlich aus Oberösterreich. Die Herkunft wird von den Altgermanisten meist aus den Liedtexten erschlossen. Allen gemeinsam ist, dass sie von Hof zu Hof zogen und ihre Dichtungen einer höfischen Gesellschaft gesungen vortrugen. Die Sänger selbst gehörten dem niederen, manchmal auch dem höheren Adel an. Erst ab dem Spätmittelalter (14. Jh.) habe es eigene Spielmänner gegeben, sagt Glaßner.

 Herr Konrad von Altstetten

Minnesang ist Liebesdichtung. Christine Glaßner: „Es ist adelige Gesellschaftskunst, in der in einer festgelegten Form öffentlich über das Thema geredet und gesungen wurde.“ Wobei man im Mittelhochdeutschen auch dem Wort Liebe begegnet. Minne bedeutet damals „das liebende Gedenken“, während Liebe „Wohlgefallen, Freude, Freundlichkeit“ ausdrückt. Die Themen des Minnesangs, so die Altgermanistin, sind heimliches Sehnen und Begehren, Werbung, Hoffnung auf Erhörung, erfülltes Liebesglück oder – weit häufiger – wehmütige Klage über unerfüllte Liebe oder Trennung. In sogenannten Frauenstrophen kommen auch Frauen zu Wort, allerdings wurden diese von Männern gedichtet und vorgetragen.

Otto von Brandenburg

Deftige Szenen waren seltener


Nicht oft, aber manchmal konnte es auch deftiger werden. Von Walther von der Vogelweide, dem bedeutendsten Lyriker des Mittelalters – seine Lieder sind in der Großen Heidelberger, der Kleinen Heidelberger und der Weingartner Liederhandschrift enthalten – ist beispielsweise das Lied „Unter der Linden“ überliefert. „Dass er bei mir lag, / wüsste das jemand / das verhüte Gott!, so würde ich mich schämen. / Was er mit mir machte, / niemals finde einer das heraus, außer ihm und mir / und einem kleinen Vöglein, / tandaradei / Das aber kann schweigen“, so die letzte Strophe des „Linden“-Liedes (aus dem Mittelhochdeutschen von Horst Brunner, Uni Würzburg).

Herr Alram von Gersten

Durch die Handschriften blieb die Minnelyrik erhalten und wurde weiter gesungen und vorgetragen. Das „Linden“-Lied von Walther von der Vogelweide hat etwa der im Ersten Weltkrieg gefallene und seinerzeit überaus populäre Hermann Löns gleich in zwei seiner Lieder („Rose weiß, Rose rot“ und „Grün ist die Heide“) wiedergegeben.

Herr Gottfried von Neiffen

Sämtliche Abbildungen aus dem Codex Manesse; sie zeigen die Sänger mit ihren Damen.


Nota. - Minne- und Troubadourslyrik zeugen in ihrer Tonlange von einer fast heidnischen Vergötzung von dere vrouwe, ebenso wie der Marienkult der römischen Kirche. Das hindert gesinnungsstarke Feministinnen nicht daran, in ihnen ein Zeugnis der jahrtausendealten Unterdrückung der Frau zu erkennen.
JE

 

Sonntag, 12. Februar 2017

Biochemie des Verliebens.

aus Die Presse, Wien,

Warum macht uns das Verlieben glücklich?
Das Verliebtheitshormon ist ein Glücklichmacher, weil es das Belohnungssystem im Gehirn anspricht. Danach übernimmt das Bindungshormon.



Positive Grundstimmung plus Aufgeregtheit. Das ist das Rezept für Vorfreude und das herzflatternde Glücksgefühl, wenn es zwischen zwei Menschen funkt. „Es ist eine freudige Erregung. Im Hormonhaushalt passiert alles Mögliche“, sagt die Verhaltensbiologin Elisabeth Oberzaucher über die sprichwörtlichen Schmetterlinge im Bauch. Unsere Herzrate beschleunigt sich, die Hautleitfähigkeit steigt an. An diese physiologischen Reaktionen sind Emotionen gekoppelt.

Das verdanken wir dem Verliebtheitshormon Phenylethylamin (PEA) – „ein Glücklichmacher und körpereigenes Opiat, das unser Belohnungssystem im Gehirn anspricht“, erklärt Oberzaucher. Das PEA bewegt uns dazu, dass wir diesen besonderen Menschen aufsuchen und mit ihm Zeit verbringen wollen. Wenn sich Frischverliebte treffen – in verringertem Maß funkt es auch telefonisch – fördert das die Ausschüttung der PEA.

Hormon als Initialzünder

Verliebtheit tritt nur am Anfang einer Beziehung auf. Dank der Hormone setzen wir uns – natürlich mit einer rosa Brille auf der Nase – mit dem Gegenüber auseinander. Wir sammeln Information und arbeiten an einer gemeinsamen Basis, die dann möglicherweise die Grundlage für Liebe darstellt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Beziehung schiefgeht, ist in dieser Phase naturgemäß hoch. Wenn wir im Hormonrausch nichts entdecken, woraus sich ein solides Fundament entwickeln kann, entsteht keine dauerhafte Bindung.

Denn das Verliebtheitshormon PEA ist nur Initialzünder. Es versichert nicht, dass wir den Nachwuchs gut versorgen. Es wird nämlich nur am Beziehungsbeginn produziert. Nach circa eineinhalb Jahren fällt der hormonelle Belohnungsmecha- nismus, der mit dem Verliebtsein verbunden ist, weg. Dafür kommt ein anderes Hormon ins Spiel: das Oxytocin, der Kitt für die langfristige Bindung, egal, ob es um Paare oder Mutter-Kind-Beziehungen geht. „Es ist ein Wundermittel, das bei der Geburt und beim Stillen, beim Orgasmus und überhaupt bei jeglicher Form von sexueller Stimulation eine Rolle spielt“, sagt Oberzaucher.

Die Verliebtheit ist der erste Schritt für Paarbindung. Das macht das Thema für Verhaltensbiologen interessant.

„Vermutlich stammt das Phenylethylamin aus einer Zeit, als die Paarbindung für die Versorgung der Nachkommen noch keine so große Rolle gespielt hat“, meint Oberzaucher. Eine Spekulation, die Ausgangspunkt für weitere Studien zur evolutionären Entwicklung sein könnte. „Das Verlieben hat natürlich ursprünglich die Funktion, dass wir uns fortpflan- zen“, sagt sie. Dass wir darüber nicht bewusst nachdenken, sei aber genauso ein Faktum. „Wir suchen eigentlich einen Partner, weil uns das glücklich macht und wir nicht allein sein wollen“, meint sie und fügt hinzu: „Schließlich haben wir auch nicht Sex, um Nachwuchs zu zeugen, sondern weil es uns Spaß macht.“

Oberzaucher forscht rund um das Miteinander der Geschlechter, von der Kommunikation über kognitive Strategien bis hin zur Partnerwahl oder Fortpflanzungsbedingungen. In einem ihrer aktuellen Projekte fand sie etwa heraus, dass Männer dazu neigen, den Verliebtheitsgrad ihres Gegenübers zu überschätzen, während Frauen die Verliebtheit des anderen eher unterschätzen.


Nota. - Wir verlieben uns also wegen Phenylethylamin. Aber wo bekomm ich das her? Aus der Apotheke? Oder wider- fährt es mir wie eine Bananenschale? Vielleicht wie bei einem Schnupfen, durch Tröpfchenübertragung. Rätsel über Rätsel.
JE  


Dienstag, 7. Februar 2017

Anpassen oder widerstehen.


aus Die Presse, Wien, 07.02.2017 um 10:09

Frauen und Männer reagieren bei Stress unterschiedlich
Woher die Unterschiede kommen? Vielleicht, daher, dass Männer eher zwischen Kampf oder Flucht entscheiden, während Frauen sich mit den Umständen arrangieren. 

Obwohl sich Frauen und Männer durch eine Aufgabe gleichermaßen gestresst fühlen, kann ihre Reaktion darauf sehr unterschiedlich auszufallen. Ein Forschungsteam um die an der Uni Tübingen tätige österreichische Psychologin Birgit Derntl hat einige Erkenntnisse dazu zusammengetragen, die den Einfluss des Selbstwerts, der Hormone und vor allem des Umgangs mit Stress zeigen.

So setzte das Forschungsteam beispielsweise jeweils 40 Frauen und Männer verschiedenen stressreichen Situationen aus. Einmal wurde durch eine fordernde Rechenaufgabe Leistungsstress erzeugt. Ein andermal wurde sozialer Stress durch Ausgrenzung ausgelöst. Entgegen der Erwartung, dass vor allem sozialer Ausschluss Frauen stärker stressen sollte als Männer, gaben beide Geschlechter unter beiden Bedingungen im Schnitt gleichermaßen an, dass sie durch die Aufgaben gestresst wurden. 

Einfluss des Stressbewusstseins

Sehr unterschiedlich sah das Bild bei der Hormonausschüttung aus: Das oft als ultimativer Indikator von Stressreaktionen angesehene Hormon Kortisol war nämlich nur bei den untersuchten Männern angestiegen. Die Studie lege also nahe, dass subjektiv empfundener Stress nicht immer in eine Erhöhung des Kortisolspiegels münden muss, wie Derntl erklärte.

Im Rahmen einer weiteren Studie ging es um den Einfluss des Selbstbewusstseins auf das Stressempfinden. Bei wenig selbstbewussten Frauen waren Kontrollareale des Gehirns stärker aktiv. Für sie stand demnach das Ziel im Vordergrund, die Aufgabe gut zu erfüllen. Bei Männern waren wiederum Teile des Gehirns aktiviert, die in Verbindung mit Selbstbezug und Emotionen stehen.

Kampf oder Flucht versus Arrangieren mit den Umständen

Ein durchgehend stimmiges Theoriegebilde, in das all diese Unterschiede passen, gebe es noch nicht, wie Derntl erklärte. Eine mögliche Begründung für diese auch für die Forscherin teilweise überraschenden unterschiedlichen Reaktionen von Frau und Mann könnte sein, dass Männer in Stresssituationen eher nach dem Prinzip "Fight-or-flight" (Kampf oder Flucht) handeln. Frauen könnten wiederum stärker eine "Tend-and-befriend"-Strategie fahren, bei der eher versucht wird, sich mit den Umständen zu arrangieren und anzufreunden - eine Theorie, die die US-Psychologin Shelley Taylor im Jahr 2000 aufstellte.

Beim Empfinden kein Geschlechterunterschied

Mit der Teilung in Leistungs- und sozialen Stress wollten die Forscher um Derntl auch genau diesen Geschlechter-Stereotypen nachgehen. Ganz so klar zeigte sich die Unterscheidung allerdings nicht, "weil wir oftmals auch gar keinen Geschlechterunterschied gefunden haben, etwa in den Angaben zum subjektiven Stressempfinden".

Angesichts der Ergebnisse sollte die Auseinandersetzung mit Stress jedenfalls differenzierter geführt werden, so Derntl. Das gelte auch für die generelle Bewertung des Phänomens. In der landläufigen Betrachtung würden nämlich vor allem von kurzfristigem Stress ausgelöste positive Effekte kaum Beachtung finden. Die Aussage "Ich bin gestresst" könne viele unterschiedliche Bedeutungen haben: "Das kann heißen, dass einem gerade alles über den Kopf wächst oder man im positiven Sinne gerade sehr begehrt ist", gab die Forscherin zu bedenken. (APA) 

Nota. - Zu bedenken: Auch Flucht ist eine aktive Antwort auf eine Situtation, keine passive.
JE 


aus scinexx

Stress: Das Geschlecht macht den Unterschied
Männer und Frauen reagieren auf stressige Situationen anders

Männer und Frauen ticken anders – auch in Sachen Stress. Forscher haben nachgewiesen, dass der Körper auf stressige Situationen je nach Geschlecht unterschiedlich reagiert: Beispielsweise schüttet er andere Hormone aus. Auch bei der Stressbewältigung stellten die Wissenschaftler deutliche Unterschiede fest. Im Experiment konnten männliche Probanden ihre negativen Gefühle besser kontrollieren als ihre weiblichen Mitstreiter.

Stehen wir häufig unter Stress, hat dies Folgen für Körper und Geist: Die Belastung macht vergesslicher, schwächt unsere Selbstkontrolle und kann im Alter sogar die Anfälligkeit für Demenz erhöhen. Zu viel Stress schadet uns demnach – das gilt für Männer wie Frauen gleichermaßen. Doch es gibt auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Denn wie Menschen diesen Stress empfinden und darauf reagieren, das hängt wesentlich davon ab, ob sie männlich oder weiblich sind.
 

Aus wissenschaftlichen Untersuchungen ist beispielsweise bekannt, dass das Stresshormon Cortisol bei Frauen und Männern unterschiedlich aktiviert wird. Das ist aber nur eine Komponente in einem großen Gefüge: "Stress wird von vielen Faktoren beeinflusst", sagt Birgit Derntl von der Eberhard Karls Universität in Tübingen.
 
Gleiches Empfinden, andere Körperreaktion

Die Wissenschaftlerin wollte deshalb wissen: Lassen sich gängige Geschlechterstereotype bei einem Stresstest mit männlichen und weiblichen Probanden bestätigen? Und welche Faktoren beeinflussen das subjektive Stressempfinden konkret? Um dies zu überprüfen ließen die Psychologin und ihre Kollegen Männer und Frauen zwei stressige Aufgaben bewältigen: Die Probanden sollten zunächst unter Zeitdruck Rechenaufgaben lösen. Anschließend mussten sie ein virtuelles Ballspiel spielen, bei dem sie permanent ausgegrenzt wurden, also sozialen Stress erlebten.

 

Das Ergebnis: "Beide Geschlechter haben die Aufgaben als aufreibend erlebt, egal wie gut die Leistung war", berichtet Derntl. Doch obwohl das Empfinden bei Männern und Frauen ähnlich war, offenbarten sich im Körper deutliche Unterschiede. So stieg das Cortisol bei den männlichen Testpersonen an, nicht aber bei den weiblichen. Auch ein Blick ins Gehirn der Teilnehmer zeigte eine andere Reaktion: Bestimmte Areale waren nur bei den Männern stärker aktiviert.
 
Stress auch ohne Cortisolanstieg

"Das spricht dafür, dass wir mit solchen Aufgaben unterschiedlich umgehen – und es zeigt, dass Stress nicht unbedingt einen Cortisolanstieg zur Folge haben muss. Doch warum das so ist, dazu gibt es noch viel Klärungsbedarf", sagt Derntl.

 

Womöglich könnten zusätzlich andere Hormone beim Stressempfinden mitmischen, glaubt die Expertin. Im sozialen Stresstest zeigte sich zum Beispiel, dass bei den Probanden auch die Konzentration von Geschlechtshormonen im Blut zunahm: Bei den Männern stieg das Testosteron, bei den Frauen Progesteron. Progesteron gilt als Botenstoff, der für die Zugehörigkeit zu einer Gruppe wichtig ist. "Der Anstieg könnte die Verunsicherung bei Frauen ausdrücken", sagt Derntl.
 
Männer können Emotionen besser kontrollieren

Auch beim bewussten Umgang mit einer stressigen Situation verhalten sich Frauen anders als Männer, wie eine weitere Untersuchung des Teams offenbarte. Dafür mussten die Probanden wieder bestimmte Leistungsaufgaben bewältigen – sie wurden zuvor jedoch aufgefordert, sich durch negative Gefühle während der Bewältigung der Aufgabe nicht zu belasten.

 

Bei Frauen klappte das offenbar schlechter als bei Männern. Bei ihnen kam es im Vergleich zu einer erhöhten subjektiven Stressreaktion. Diese spiegelte sich auch in den Gehirnarealen wider, die für Aufmerksamkeit, Emotionen und Belohnung relevant sind. "Entgegen unserer Erwartung sind die Frauen mit der Aufgabe, Emotionen zu kontrollieren, nicht so gut zurechtgekommen", so Derntl.
 
Faktor Selbstwertgefühl

Doch nicht immer macht das Geschlecht den Unterschied: Ein weiterer Faktor, den sich das Forscherteam näher angesehen hat, war das Selbstwertgefühl. Dieses wurde zunächst mithilfe eines Fragebogens erhoben. Das Ergebnis: Selbstbewusstsein spielt im Umgang mit Stress eine wichtige Rolle – und zwar sowohl bei Männern als auch bei Frauen.

 

Bei beiden Geschlechtern beeinflusste der Selbstwert die Stressreaktion. Allerdings offenbarten sich dabei dann doch wieder geschlechtsspezifische Unterschiede: Wenig selbstbewusste Frauen zeigten Aktivität in kognitiven Kontrollarealen des Gehirns. Es stand also das Ziel im Vordergrund, die Aufgabe gut zu erfüllen. Bei Männern waren Areale aktiviert, die in Verbindung mit Selbstbezug und Emotionen stehen.
 
"Stress kann auch positiv sein"

Insgesamt weisen die Untersuchungen darauf hin, dass es geschlechtsspezifische Effekte gibt, die für die Stressreaktion und den Umgang mit Stress entscheidend sein können, wie Derntl und ihre Kollegen erklären. Nicht immer sei Stress für Männer oder Frauen jedoch negativ. "Solange er nicht chronisch wird, kann er etwas sehr Positives und Motivierendes sein." (Neuroimage, 2017; doi: f3s4w4)

(Wissenschaftsfonds FWF/ PR&D, 07.02.2017 - DAL)