Donnerstag, 24. September 2020

Allzeit bereit? Könnt' euch so passen! Unser Gehirn hat auch was zu sagen.


aus welt.de, 22.09.2020

Woran es liegt, ob Männer Lust auf Sex haben oder nicht
Trotz der gängigen Annahme geht auch bei Männern nichts auf Knopfdruck. Was aber genau männliche Lust oder Unlust ausmacht, war bisher unbekannt. Nun haben Forscher eine erstaunliche Erkenntnis gemacht. 
 

Was uns antörnt und auf Touren im Bett bringt, ist höchst individuell. Der eine steht auf Fesselspielchen, der andere auf Blümchensex. Ob wir Bock auf Sex haben oder nicht, hängt natürlich auch davon ab, wie wir uns fühlen. Nach einem besonders stressigen Tag haben viele sicher keine Lust mehr auf Erotik.

Was aber, wenn man gar keine Lust empfindet oder nur sehr schwer erregt wird? Genauso problematisch wird es, wenn man eigentlich immer in die Kiste hüpfen könnte, egal wie und wo. Was bestimmt eigentlich, wann ein Mann Verlangen nach Sex hat oder nicht? US-amerikanische Forscher haben es herausgefunden.

Es liegt in den Genen – oder genauer gesagt: an einem bestimmten Gen.

Forscher der privaten Northwestern University im US-Staat Illinois konnten nun ausfindig machen, welches Gen bei Männern für sexuelles Verlangen und Lust verantwortlich ist. Eine bahnbrechende Entdeckung, denn nun können die Mediziner gezielter an Therapien und Behandlungen für Menschen arbeiten, die Sexualprobleme haben, kaum Lust empfinden oder aber auch das genaue Gegenteil, nämlich sexsüchtig sind.

Die Ergebnisse wurden im Fachblatt „Endocrinology“ publiziert. Dort stellen die Forscher heraus, dass vor allem ein bestimmter Vorgang bei Männern in Sachen Lustgewinn entscheidend ist: wie ihr Gehirn Testosteron in Östrogen umwandelt. Das geschieht durch das Enzym Aromatase. Und der Faktor für dieses Enzym liegt auf dem Gen Cyp19a1 – der Ursprung männlicher Lust, wenn man so will, wie auch Studienleiter Serdar Bulun sagt:

Das Ablesen des Gens und damit Produktion der Aromatase findet bei Männern sowohl in den Hoden als auch im Gehirn selbst statt. Da viele kastrierte Tiere und auch Menschen nach dem Eingriff keine Lust mehr verspüren, ging man lange Zeit davon aus, dass die Keimdrüse im Hoden für den Libidogewinn entscheidend ist. Welche Rolle die Umwandlung von Testosteron im Hirn spielte, wurde bis jetzt kaum beachtet.

So fanden die Forscher den Zusammenhang heraus

Sie verglichen zwei Gruppen gentechnisch veränderter Mäuse miteinander. Einer Mäuserichgruppe fehlte das Cyp19a1-Gen vollständig. Das heißt, weder im Gehirn noch in den Hoden wurde das Enzym Aromatase gebildet. Der anderen Versuchsgruppe fehlte das zuständige Gen nur im Gehirn. Sobald die Mäuseriche nun in einen Käfig mit weiblichen Mäusen gesteckt wurden, die gerade ihren Eisprung hatten, unternahmen die Männchen ohne Aromatase keinerlei Versuche, sich zu paaren.

Diejenigen, denen das Enzym nur in ihrem Gehirn fehlte, wollten sich nur etwa halb so oft paaren wie normale Mäusemännchen, die genetisch unverändert waren. Dieser Befund legt nahe, dass die Umwandlung von Testosteron in Östrogen im Gehirn eine zentrale Rolle bei der Regulierung des sexuellen Verlangens spielt.

Nun wollen die Mediziner an weiteren Therapieansätzen bei Lustproblemen von Männern forschen. Möglich wäre etwa ein Medikament, das die Produktion des Enzyms Aromatase anregt für Männer, die eher wenig Lust verspüren. Oder aber ein Aromatase-Hemmer für diejenigen, die sexsüchtig sind. Es wäre eine Revolution für viele.

 

Nota. - Besagte Annahme war unter Männer gewiss nie "gängig" - sondern nur unter jen*innen, die sich was davon versprechen und immer so tun, als sei es ihnen lästig. Jetzt haben wir es amtlich: Denen von uns, bei denen das Gehirn mitredet, reicht es noch lange nicht, dass ihr allzeit bereit seid.

Das ist nur bei denen der Fall, die stets gedankenlos zu ihren Ursprüngen zurück kehren mögen.

JE



Nota - Das obige Bild gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und ihre Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Ihre Nachricht auf diesem Blog. JE  

Sonntag, 20. September 2020

Der Transmensch kanns ja wohl nicht sein.

Edgar Selge

Es muss das* Transmensch heißen. 

Ich denk mir, was eine echter Transmensch ist, kann ja doch nicht wünschen, für einen Nor-malo zu gelten. 



Donnerstag, 10. September 2020

Männer und Frauen leben in verschiedenen Zeiten.

 

aus scinexx                                                                     Männer und Frauen unterscheiden sich auch in Bezug auf ihre innere Uhr. 

Innere Uhr von Frauen und Männern tickt verschieden
Chronotyp und Störungsanfälligkeit des Tag-Nacht-Rhythmus unterscheiden sich

Anderer Takt: Die inneren Uhren von Frauen und Männern sind nicht gleich – es gibt subtile Geschlechtsunterschiede im Biorhythmus, wie nun eine Überblicksstudie bestätigt. Demnach haben Frauen einen ausgeprägteren Tag-Nacht-Rhythmus und sind morgens früher aktiv. Nachts haben sie dafür mehr Schwierigkeiten, kognitive Aufgaben zu lösen. Männer reagieren dagegen stärker auf Schlafmangel und Jetlag – unter anderem mit Heißhunger, wie Forscher in „Science“ berichten.

Die innere Uhr ist der wichtigste Taktgeber unseres Lebens: Sie prägt unseren Schlaf-Wach-Rhythmus, aber auch den täglichen Zyklus unseres Stoffwechsels, der Hormone und unserer Immunabwehr. Verschiebt sich unser Tag-Nacht-Rhythmus – beispielsweise durch Jetlag oder Schichtarbeit – hat dies erhebliche Folgen für das sensible Gleichgewicht unserer Körperfunktionen und damit auch unsere Gesundheit. Die Folge kann unter anderem eine erhöhte Anfälligkeit für Depressionen, Übergewicht, Diabetes und Krebs sein.

Welche Rolle spielt das Geschlecht?

Doch die innere Uhr „tickt“ nicht bei allen Menschen gleich – und das hat auch etwas mit dem Geschlecht zu tun, wie nun Sean Anderson und Garret FitzGerald von der University of Pennsylvania in Philadelphia aufzeigen. „Jüngste Studien zu Menschen und Tieren demonstrieren, wie sich die für die zirkadianen Rhythmen zuständigen Systeme zwischen den Geschlechtern unterscheiden“, erklären sie. „Und das hat potenzielle Konsequenzen für unsere Gesundheit und die Resilienz gegenüber Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus.“

Erste Hinweise auf Unterschiede in der inneren Uhr lieferten schon vor einiger Zeit Studien mit Mäusen. In ihnen stellten Forscher fest, dass die weiblichen Tiere einen stärker ausgeprägten Tag-Nacht-Rhythmus zeigten und morgens früher aktiv waren als die Männchen. Auch die Aktivität der Darmflora und bestimmter Organ-Gene unterschieden sich je nach Tageszeit zwischen den Geschlechtern.

Ob es ähnliches auch beim Menschen gibt, haben Wissenschaftler inzwischen in einer Reihe von großangelegten Studien überprüft.

Frauen schlafen mehr und besser

Das Ergebnis: Auch bei uns ticken die Uhren von Frauen und Männern verschieden. So enthüllte der Aktivitätsvergleich von insgesamt 91.000 Versuchspersonen, dass Männer geringere Unterschiede zwischen ihrer Tages- und Nachtaktivität zeigen. Frauen schlafen im Schnitt mehr und schütten abends auch mehr von dem Schlafhormon Melatonin aus. Werden sie nachts gestört, reagieren sie weniger anfällig und schlafen schneller wieder ein.

Unterschiede gibt es auch im Einfluss der inneren Uhr auf das Essverhalten und den Energiestoffwechsel: Stören Schichtarbeit oder Jetlag den Tag-Nacht-Rhythmus bei Frauen, schüttet ihr Körper mehr Hungerhormon Ghrelin und weniger Sättigungshormon Leptin aus. Dadurch bleibt das Sattheitsgefühl aus. Bei Männern verändern sich diese Hormone zwar kaum, dennoch empfinden sie einen verstärkten Heißhunger auf besonders kalorienreiches Essen – das typische Junkfood.

Männer sind häufiger Eulen, Frauen eher Lerchen

Und auch der Chronotyp beider Geschlechter unterscheidet sich, wie unter anderem eine Studie mit 53.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern enthüllte. „Während Kinder unabhängig von ihrem Geschlecht noch typische Morgenmenschen sind, entwickeln sich Jungen nach der Pubertät eher zu Nachteulen“, berichten Anderson und FitzGerald. Frauen dagegen neigen eher dazu, frühaufstehende Lerchen zu bleiben.

Zumindest für einige dieser Unterschiede könnte es eine naheliegende biologische Erklärung geben: die Mutterrolle der Frauen. Wenn sie den Nachwuchs in den ersten Lebensmonaten mit Muttermilch versorgen, sind häufige nächtliche Schlafunterbrechungen die Regel. „Eine Resilienz gegenüber diesen Störungen, gekoppelt mit der Fähigkeit, trotzdem gut zu schlafen, könnte Frauen die Anpassung an diese Phase erleichtern“, so Anderson und FitzGerald.

Auf ähnliche Weise könnte sich auch die Tendenz zum frühen Chronotyp bei weiblichen Säugetieren und Menschen entwickelt haben: Weil Kinder ebenfalls frühaufstehende Lerchen sind, ist es von Vorteil, wenn sich die innere Uhr der Mütter an diesen Aktivitätsrhythmus angleicht, wie die Forscher erklären.

Und was sind die Folgen?

Unklar ist allerdings bislang, ob und wie sich diese Unterschiede in der inneren Uhr auf die Gesundheit von Frauen und Männern auswirken. Stimmt die Hypothese, dass Frauen unempfindlicher gegenüber Störungen ihres Tag-Nacht-Rhythmus sind, dann müsste sich das auch auf ihre Organe, den Stoffwechsel und die Gesundheitsfolgen von Schichtarbeit und Jetlag auswirken.

Ob das wirklich so ist, ist bisher aber noch kaum untersucht. Hier seien in Zukunft dringend Studien nötig, betonen Anderson and FitzGerald. (Science, 2020; doi: 10.1126/science.abd4964)

Quelle: AAAS, Science

Donnerstag, 27. August 2020

Mannsein ist ein Risiko.

legarage
aus scinexx

Alzheimer:
Warum es Männer oft schwerer trifft 
Zusätzliches X-Chromosom könnte den Hirnabbau bei Frauen bremsen

Die Geschlechtschromosomen könnten erklären, warum Alzheimer bei Männern oft stärker voranschreitet. Genetischer Nachteil: Bei Männern schreitet Alzheimer meist schneller voran und sie sterben häufiger daran. Eine mögliche Erklärung dafür liefert nun das zweite X-Chromosom der Frauen. Denn auf diesem liegt ein Gen, das den geistigen Abbau bremsen kann, wie Forscher herausgefunden haben. Weil Frauen davon die doppelte Portion besitzen, ist ihr Gehirn besser geschützt. Männer dagegen haben nur ein X-Chromosom und produzieren weniger von diesem Protein.

Die Alzheimer-Demenz ist die häufigste neurodegenerative Erkrankung im Alter. Trotzdem sind bislang weder ihre Ursachen geklärt, noch gibt es ein Heilmittel. Bekannt ist aber, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede gibt: Frauen erkranken wegen ihrer längeren Lebenserwartung zwar häufiger an Alzheimer, dafür schreitet der geistige Abbau bei ihnen langsamer und weniger aggressiv voran als bei Männern.

„Unsere Metanalyse hat ergeben, dass Männer gegenüber Frauen ein um 62 Prozent höheres Risiko haben, an Alzheimer zu sterben“, berichten Emily Davis von der University of California in San Francisco und ihre Kollegen. Aber warum?

Liegt die Ursache bei den Geschlechtschromosomen?

Auf der Suche nach einer Ursache haben Davis und ihr Team sich den prominentesten genetischen Unterschied zwischen Männern und Frauen angeschaut: die Geschlechtschromosomen. Während Frauen zwei Kopien des X-Chromosoms besitzen, haben Männer statt des zweiten X nur ein stark reduziertes Y-Chromosom. Zwar wird eines der beiden X-Chromosomen in den weiblichen Zellen weitgehend deaktiviert, man weiß jedoch, dass einige Proteincodes dennoch abgelesen werden.

Könnte hier eine Erklärung für die unterschiedliche Anfälligkeit der Geschlechter gegenüber Alzheimer liegen? Um das herauszufinden, führten die Wissenschaftler Versuche mit einem Stamm von Alzheimer-Mäusen durch, bei denen die Geschlechtszuordnung genetisch manipuliert war. „Das ermöglichte es uns, XX und XY-Mäuse zu erzeugen, die unabhängig von ihrer Genausstattung entweder weibliche oder männliche Geschlechtsmerkmale aufwiesen“, erklären sie.

Ähnlich wie Menschen mit Alzheimer-Demenz entwickeln auch diese Mäuse im Alter eine fortschreitende Demenz, ausgelöst durch mit Abbauprozessen im Gehirn und die Ablagerung zellschädigender Amyloid- und Tau-Proteine.

Das zweite X schützt

Als die Forscher diese Mäuse Gedächtnistests unterzogen, zeigte sich: Unabhängig vom körperlichen Geschlecht entwickelten die Mäuse mit dem XY-Gentyp deutlich schwerwiegendere geistige Defizite als ihre Artgenossen mit zwei X-Chromosomen. Es fiel ihnen schwer, sich die Lage einer unter Wasser versteckten Plattform zu merken und selbst einen Elektroschock als Abschreckung in einem Testraum behielten sie nicht im Gedächtnis. Die Mäuse mit nur einem X-Chromosom starben auch früher an ihrer Demenzerkrankung.

Interessant auch: Obwohl die XX- Mäuse ähnlich viele Amyloid-Proteine in ihren Gehirnen bildeten wie ihre Artgenossen mit nur einem X-Chromosom, schritt ihr geistiger Abbau weniger schnell voran. Das war auch dann der Fall, wenn die Forscher den XY-Mäusen ein weiteres, zusätzliches X-Chromosom verliehen: Die Präsenz eines zweiten X-Chromosoms bewahrte sie vor den negativen Folgen der Alzheimer-Erkrankung. Umgekehrt verschlechterte sich der Zustand bei XX-Mäusen, wenn ihnen ein X-Chromosom genommen wurde.

„Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Geschlechtschromosomen eine Rolle für die Ausprägung von Alzheimer spielen“, so Davis und ihr Team.

Widerstandsfähiger durch mehr KDM6A-Protein

Aber wie? Um das herauszufinden, schauten sich die Forscher ein Gen genauer an, das auf dem X-Chromosom liegt: c. Von diesem Gen ist bereits bekannt, dass es eine wichtige Rolle für die Plastizität des Gehirns und das Lernen spielt. Ist es defekt, entwickeln Menschen und Mäuse Lernstörungen und geistige Defizite. Gleichzeitig aber gehört dieses Gen zu den Erbgutteilen, die beim zweiten X-Chromosom der Frauen nicht vollständig deaktiviert werden.

Der Verdacht der Wissenschaftler: Möglicherweise produzieren Frauen eine höhere Dosis des KDM6A-Proteins in ihren Gehirnzellen und sind deswegen widerstandsfähiger gegenüber Alzheimer. Ein Vergleich der Genaktivität bei gesunden und demenzkranken Menschen bestätigte dies: Frauen haben in ihrem Gehirn einen höheren Gehalt dieses Proteins als Männer. Ähnliches galt für die XX-Mäuse.

Potentere Genvariante bremst Demenz

Und noch etwas ergaben die Vergleiche: Zusätzlich zur doppelten Portion des KDM6A-Gens besitzen Frauen auch häufiger eine besonders aktive Variante davon. Sie kommt bei rund 13 Prozent der Frauen und sieben Prozent der Männer weltweit vor, wie Davis und ihr Team berichten. Und auch die Träger dieser Genvariante scheinen dem geistigen Abbau durch die Alzheimer-Demenz länger widerstehen zu können

In ihren Versuchen mit Mäusen überprüften die Wissenschaftler die Schutzwirkung dieses Gens, indem sie es bei ihren XX-Mäusen gezielt ausschalteten. Das Ergebnis: Die Tiere mit deaktiviertem KDM6A-Gen zeigten einen ähnlich schnellen geistigen Abbau wie ihre XY-Artgenossen. Umgekehrt milderte eine Überaktivierung dieses Gens bei den XY-Mäusen deren Demenzerscheinungen und machte sogar einen Teil ihrer geistigen Defizite wieder rückgängig.

„Damit enthüllt unsere Studie eine neue Rolle der Geschlechtschromosomen bei Alzheimer“, konstatieren die Forscher. Demnach könnte das doppelte X-Chromosom erklären, warum die Alzheimer-Demenz bei Frauen langsamer voranschreitet als bei Männern: Sie produzieren mehr schützendes KDM6A.

„Diese Schutzwirkung des X-Chromosoms und des KDM6A eröffnet nun die Chance, die Widerstandsfähigkeit gegen Alzheimer und andere neurodegenerative Erkrankungen zu erhöhen – beispielsweise indem wir die Produktion des KDM6A-Proteins bei Männern wie Frauen gezielt erhöhen“, sagen Davis und ihre Kollegen. Vorher müssen allerdings noch viele ergänzende Fragen geklärt werden. (Science Translational Medicine, 2020)


Quelle: University of California – San Francisco
27. August 2020
- Nadja Podbregar

 

 

Freitag, 7. August 2020

Gerechte Sprache, wohin sie gehört!

In der gestrigen FAZ schrieb der Mitherausgeber über das jüngste Fettnäpfchen der Mitvor-sitzenden der SPD, Saskia Esken:

... Und auch die Lästerei über die „Covidioten“ brachte ihr von allen Seiten Kritik ein, sogar von links. Denn auf der Berliner Demo gegen die Corona-Weltverschwörung sollen auch pro-gressive Kräfte mitmarschiert sein, vielleicht sogar SPD-Mitglieder, jedenfalls ehemalige.

Wir halten aber noch aus einem anderen Grund „Covidioten“ für eine sprachliche No-go-area. Hat Frau Esken noch nie etwas von gendergerechter Sprache gehört? Sie hätte doch „Covidi-ot*innen“ schreiben und beim Aussprechen eine Pause im Wort machen müssen, wie man sie jetzt auch im Deutschlandfunk hört – oder eben nicht hört, weil dann ja eine Sendepause ge-macht wird.

So aber muss man sich jetzt als Mann diskriminiert vorkommen. Auf den Bildern, die wir vom Berliner Marsch für das Recht auf unbeschränkten Unsinn sahen, waren eindeutig auch Frauen zu erkennen. Das von Esken ausgelassene Gendersternchen kann also bloß bedeuten, dass für sie nur die demonstrierenden Männer Idioten waren. Wir wüssten nun doch gerne, was der Quotenmann in der SPD-Spitze dazu sagt. Der schwieg aber schon zur Corona-Party in Berlin so ausdauernd wie unser*e Bundeskanzler*in. Was macht die/der/das eigentlich?

 

 

Y hält stand.

aus scinexx

Y-Chromosom stirbt doch nicht aus

Kontrollfunktion für die Meiose könnte das männliche Geschlechtschromosom unverzichtbar machen

Klein, aber oho: Das männliche Geschlechtschromosom gilt als bloßes Relikt – und als langfristig dem Untergang geweiht. Doch nun liefern Forscher ein entscheidendes Argument dafür, warum das kümmerliche Y-Chromosom unverzichtbar sein könnte: Auf ihm liegen Gene, ohne die die Reifeteilung der Zellen – die Meiose – nicht funktioniert. Der Clou dabei: Dieser Kontrollprozess ist so angelegt, dass diese Gene nicht auf andere Chromosomen umgelagert werden können.

Das Y-Chromosom der Männer ist im Vergleich zum weiblichen X-Chromosom eher kümmerlich: Im Laufe der Evolution hat es fast 90 Prozent seiner Erbinformation verloren. Es ist nur ein Drittel so groß und enthält gerade einmal ein Fünftel so viele Gene wie sein weibliches Gegenstück. Dennoch ist das Y-Chromosom entscheidend, denn erst seine Gene machen den Mann zum Mann. Aber auch einige darüber hinaus wirksame Kontrollgene liegen auf diesem Chromosom.

Wird das Y-Chromosom verschwinden?

Doch wie weit geht die drastische Schrumpfung des Y-Chromosoms? Einer populären Theorie zufolge könnte das „Männerchromosom“ sogar schon in wenigen Millionen Jahren aussterben. „Das Y-Chromosom hat zwar momentan eine wichtige Funktion für die Geschlechtsausprägung und die Spermienproduktion“, erklärt Paul Waters von der University of New South Wales in Sydney. „Aber wenn diese Gene woanders hin verlegt würden, wäre dies sein Ende.“

Ein solcher Gentransfer vom männlichen Geschlechtschromosom auf die restlichen Chromosomen ist immerhin bereits seit rund 165 Millionen Jahren im Gange. Zwar hat sich der Genverlust durch einen solchen Transfer in den letzten Millionen Jahren stark verlangsamt. Studien legen aber nahe, dass das Tempo dieses Gentransfers auch in der Vergangenheit häufiger schwankte und teilweise in Schüben ablief.

Ist das Y-Chromosom demnach dem Untergang geweiht?

Entscheidend für die Meiose

Ein Argument dagegen liefern nun Waters und seine Kollegin Aurora Ruiz Herrera von der Universität Barcelona. Denn wie sie erklären, könnte das Y-Chromosom eng mit einem der fundamentalen Prozesse der Zellbiologie verknüpft sein: der Zellteilung bei der Meiose. In dieser wird der normalerweise doppelte Chromosomensatz der Körperzellen halbiert, um so die Keimzellen – Spermien und Eizelle – zu schaffen.

„Unserer Hypothese nach kann das Y-Chromosom nicht aussterben, weil es Exekutions-Gene trägt, die für den erfolgreichen Ablauf der Meiose entscheidend sind“, sagt Waters. Diese Zfy-Gene sorgen dafür, dass beide Geschlechtschromosomen bei einem bestimmten Schritt der Meiose deaktiviert werden. Geschähe dies nicht, würden ihre Genprodukte die Zellteilung stören und zum Tod der Zelle führen. „Dass die Y-Chromosomen diese meiotische Inaktivierung der Geschlechtschromosomen steuern, ist schon seit Jahren bekannt“, erklärt Ruiz-Herrera.

Richter, Jury und Henker zugleich

Das Entscheidende jedoch: Diese Deaktivierung der Geschlechtschromosomen darf auch nicht zu lange anhalten. Das ganze fein ausbalancierte System der Meiose funktioniert nur, weil die Zfy-Gene sich durch dieses Stummschalten des Y-Chromosoms auch wieder selbst ausschalten. Bleiben sie aktiv, kommt es ebenfalls zum Tod der Zelle, wie Versuche mit genveränderten Mäusen gezeigt haben.

„Diese Gene agieren damit als ihre eigenen Regulatoren – sie sind sozusagen Richter, Jury und Henker zugleich“, sagt Ruiz-Herrera. Das aber bedeutet: Nur wenn dieses Gen auf einem der Geschlechtschromosom liegt, kann es seine Funktion korrekt ausüben. Wird es dagegen auf ein „normales“ Chromosom umgelagert, fehlt die Selbstausschaltung und die Zelle geht zugrunde.

„Die Männer können aufatmen“

Nach Ansicht von Waters und Ruiz-Herrera hat dieses komplexe System das Y-Chromosom vor dem Aussterben bewahrt und wird dies auch in Zukunft weiter tun. „Es gibt einen starken evolutionären Druck, das Y-Chromosom zu erhalten“, konstatieren sie. Denn die einzige andere Alternative wäre eine Übertragung der Zfy-Gene auf das X-Chromosom – aber solche Transferereignisse haben in der Evolution bislang nur in Ausnahmefällen stattgefunden.

„Das Y-Chromosom der Säugetiere gilt oft als Symbol der Männlichkeit“, sagt Ruiz-Herrera. „Jetzt können alle Männer aufatmen: Das Y wird dem Schicksal des Verschwindens entgehen – es wird erhalten bleiben.“ (Trends in Genetics, 2020; doi: 10.1016/j.tig.2020.06.008)

Quelle: Cell Press

Donnerstag, 30. Juli 2020

Allergerechteste Sprache.


Eine Transperson wurde beleidigt. Auch einer/m Transstudierenden soll das widerfahren sein. Transmenschen* leben gefährlich.